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Fortum – Aktienanalyse

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Zuletzt aktualisiert am Mai 28, 2021

Ich wurde von euch gebeten, eine umfassende Aktienanalyse des finnischen Energiekonzerns Fortum OYJ durchzuführen (diese Fundamentalanalyse bezieht sich allerdings auf den Zeitraum vor der Konsolidierung der deutschen Uniper SE). Insofern sind auch die zukünftigen Umsätze und Cashflows ohne die Konzernintegration von Uniper prognostiziert und entsprechend zu interpretieren.

Aktienanalyse Fortum OYJ – Qualitative Analyse

1. Produkte & Märkte von Fortum

Fortum stellt den drittgrößten Energieerzeuger und den größten Elektrizitätshändler in den nordischen Staaten dar. Das Feld der Geschäftstätigkeiten erstreckt sich über die Produktion sowie den Verkauf von Strom, Wärmeenergie, den Einsatz von Ersatzbrennstoffkraftwerken, Lösungen für die Kreislaufwirtschaft, Expertendienstleistungen im Energiesektor und unterschiedliche Verbraucherlösungen.

Der europäische Energiemarkt stellt einen riesigen Markt für den finnischen Konzern dar. Im Jahre 2019 wurden seitens Fortum 76,3 (TWh) Strom und 26,4 (TWh) Wärme produziert, wobei 59% der Stromerzeugung gemäß Fortum CO2 – neutral gestaltet wurden. Der europäische Gesamtmarkt hat im Zeitraum 2018 2.941 (TWh) Strom erzeugt während im gleichen Berichtsjahr 636 (TWh) an Wärmeenergie produziert wurden.

Fortum’s Geschäftsmodell unterteilt sich in vier wesentliche Sektoren: Generation, City Solutions, Consumer Solutions und Russia – wobei mit der Konsolidierung Unipers, das neu erschlossene Energieversorgungsunternehmen einen eigenen Geschäftsbereich darstellen soll.

Generation:

Generation deckt im Grunde und Ganzen die nordische Stromerzeugung ab. Das Segment umfasst die Erzeugung von Kern-, Wasser-, Wind- und Wärmekraft, den Handel, die Industrieintelligent, diverse globale Nukleardienste sowie die Optimierung des Stromportfolios.

City Solutions:

City Solutions beschreibt die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für städtische Gebiete.  Es beinhaltet die Bereiche Fernwärme, Fernkälte, Müllverbrennung, Biomasse und andere Kreislaufwirtschaftslösungen sowie Solarenergie. Die Geschäftsbetriebe befinden sich in den nordischen und baltischen Ländern sowie in Polen und Indien. Zum Geschäftszweig gehört auch die 50-prozentige Beteiligung von Fortum am Joint Venture Stockholm Exergi.

Consumer Solutions:

Consumer Solutions bezieht sich auf das Strom- und Gaseinzelhandelsgeschäft in den nordischen Ländern und Polen, einschließlich des Kundendienstes, der Rechnungsstellung und des Inkassogeschäftes. Fortum ist das größte Stromeinzelhandelsunternehmen in den nordischen Ländern mit etwa 2,4 Millionen Kunden verschiedener Marken in Finnland, Schweden, Norwegen und Polen.

Russia:

Dieses Segment umfasst die Erzeugung und den Verkauf von Strom und Wärme in Russland. Zur Division gehört auch Fortum‘s über 29-prozentige Beteiligung an TGC-1.

Fortum’s Strategie:

Gemäß Fortum’s Vision: „Für eine saubere Welt“ wird nachhaltige Energie- und Kreislaufwirtschaftslösungen als Wettbewerbsvorteil von heute und als Voraussetzung für Wachstum und Erfolg von Morgen gesehen. Fortum’s Vorhaben liegt dabei in der Umgestaltung des Energiesystems, die Verbesserung der Ressourceneffizienz und die Bereitstellung intelligenter Lösungen, um den Wandel zu einer sauberen Welt zu beschleunigen.
Der fortschreitende Übergang zu CO2-freier Energie, der durch Klimaschutzbelange, Politik und Regulierung sowie die technologische Entwicklung vorangetrieben wird, bringt bedeutende Chancen für ein Unternehmen mit Kompetenzen im Bereich der sauberen Energie mit sich. Fortum ist für diesen Übergang gut positioniert. Die Strategie von Fortum beruht dabei auf vier strategischen Prioritäten:

  1. Operative Exzellenz und erhöhte Flexibilität
  2. Sicherstellung der Wertschöpfung aus Investitionen und Portfoliooptimierung
  3. Fokussiertes Wachstum in der Energie-Wertschöpfungskette
  4. Aufbau von Optionen für bedeutende neue Geschäfte

2. Mögliches Wachstum des Marktes

Um in weiterer Folge Wachstumsmöglichkeiten der beiden Kernmärkte Fortum’s aufzeigen zu können, bietet sich zunächst ein Blick auf das jeweilige Wachstum der einzelnen Segmente des Unternehmens. Diese sind in dem Zeitraum von 2016 – 2019 dargestellt.
Es zeigt sich, dass gerade in den letzten Jahren zwei Segmente überproportional gewachsen sind: City – & Consumer Solutions. In gleicher Weise verhalten sich die Segmente Generation & Russia mehr oder weniger als Cash Cows. Es fällt allerdings auch auf, dass keines der vier ausgewiesenen Bereiche ein negatives durchschnittliches Wachstum in den letzten Jahren verbuchen musste.

Umsätze (MEUR)Mittelwert2019201820172016
Generation1883184416771657
%4,43%2,11%9,96%1,21%
City Solutions115510731015782
%14,38%7,64%5,71%29,80%
Consumer Solutions183917481097668
%42,92%5,21%59,34%64,22%
Russia107110691101896
%6,72%0,19%-2,91%22,88%
Other292410292
%-14,92%20,83%-76,47%10,87%

Dieses potenzielle Wachstum schlägt sich jedoch nicht in den Halbjahreszahlen 2020 nieder (Rückgang der Umsätze in allen Segmenten). Im Rahmen der Covid 19 – Krise hat das Unternehmen mit sinkender Nachfrage aus der Öl und Gasindustrie in Russland zu kämpfen. Weiter galt es mit stark fallenden Strompreisen in den nordischen Ländern umzugehen, denen mittels geeigneten Absicherungen entgegengewirkt werden konnte. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass sich der in diesem Jahr negative Trend weiter fortsetzt. Mit dem seit Beginn des Monats Juli 2020 neuen CEO Markus Rauramo wird wohl neuer Schwung in Richtung erneuerbarer Energien aufkommen. Im Rahmen der Uniper-Konsolidierung ist es dem CEO zufolge ein großen Anliegen im europäischen Vergleich ein führendes Unternehmen in der Energiewenden-Thematik darzustellen. Er stellt mit seinem Bericht ganz klar die Weichen in Richtung Dekarbonisierung und damit einhergehenden neuen Klimazielen für die gesamte Firma.

Dass der Markt für erneuerbare Energien ein großes Wachstumspotenzial verbirgt, zeigt sich bereits in laufenden Jahr 2020. So war im ersten Halbjahr erstmals der Anteil nachhaltiger Energien am europäischen Strommarkt größer als jener fossiler Energieträger. Dabei fiel der Anteil der erzeugten Kohlenergie in Europa um mehr als 30 Prozent, was ebenfalls mit der neuen Strategie Fortums (maßgebliche Reduktion Kohleenergie) konsistent erscheint. Auch muss für die anvisierte europäische grüne Wasserstoffstrategie zunächst einmal die Grundlage geschaffen werden, grüne Energie ausreichen zur Verfügung zu stellen. Dies erfordert, dass der Ausbau von erneuerbaren Energien dringend angekurbelt werden muss. Somit ergibt sich in der nahen Zukunft ein Kerngeschäft in einem stark wachsenden Markt vor allem für das Segment City Solutions. Fortum ist zusammenfassend klar auf Wachstum im Bereich erneuerbarer Energien ausgerichtet. Der Energieversorger trifft damit auf einen Markt mit enormen Wachstumspotenzial.  

3. Wettbewerbsintensität

Generell befindet sich Fortum in einem sehr umkämpften Marktumfeld mit hoher Wettbewerbsintensität.In der folgenden Abbildung sind einige Big Player aus der Energieindustrie abgebildet (diese sind zwar nicht alle automatisch direkte Konkurrenten der Energiefirma, sollen aber die Konkurrenzdruck innerhalb der Branche gezielt näherlegen).

Da sich Fortum allerdings vor allem auf die nordischen Staaten spezialisiert reduzieren sich die direkten Konkurrenten dabei maßgeblich auf beispielsweise Vattenfall oder Statkraft. Nichtsdestotrotz ist Fortum im skandinavischen Norden äußerst gut positioniert. Der Konzern stellt dort den größten Elektrizitätshändler sowie den drittgrößten Energieproduzenten dar. Des Weiteren transformiert sich der finnische Energieriese mit der Übernahme Unipers (mehr als 75 Prozent der Anteile im Jahr 2020 erworben) zum drittgrößten Produzent von CO2 – freiem Strom in Europa. Zusätzlich erschließt sich ein neues, florierendes Geschäftsfeld im Bereich der Wasserstofftechnologie.

Uniper empfindet sich in diesem Sektor als einer der Pioniere. Die Gesellschaft betreibt seit geraumer Zeit Pilotanlagen zur Kreation von Wasserstoff aus erneuerbaren Energien und gründete vor kurzen sogar eine eigene Geschäftseinheit für diesen Sektor. Trotz eines starken Wettbewerbs stehen die Chancen für Fortum sehr gut, sich langfristig auf dem Energiemarkt erfolgsversprechend zu positionieren. Die Bewertungen der Konkurrenten werden hier weitestgehend außer Acht gelassen, da diese für die eigentliche Fundamentalanalyse von geringer Bedeutung sind. Zur Veranschaulichung, der Umsatz von Statkraft betrug im Jahr 2018 circa 5 Milliarden Euro. Vattenfall erzielte im Jahr 2017 knapp 13 Milliarden Euro. Da beide Unternehmen keine Aktiengesellschaften darstellen, stellt sich die Frage etwaiger Vergleiche der Kurs-Buchwert- oder Kurs-Gewinn- Verhältnisse nicht.

Aktienanalyse Fortum OYJ – Quantitative Analyse 

1. Die wichtigsten Finanzkennzahlen

a. Ertrags- & Rentabilitätskennzahlen

In den letzten vier Jahren haben sich die wichtigsten Ertrags- und Rentabilitätskennzahlen entsprechend verbessert. Die Effizienz des Unternehmens, aufgezeigt durch einen sehr niedrigen Kapitalumschlag lässt dennoch zu wünschen übrig. Die Folge sind ein relativ geringes Return on Investment, eine mäßige Gesamtkapitalrendite sowie ein ROCE von 5,40 Prozent. In den letzten Jahren steht jedoch eine deutliche Effizienzsteigerung zu buche. Die EK- und Umsatzrendite haben sich ebenfalls in den letzten Jahren stetig erhöhen können und weisen im Jahre 2019 stark verbesserte Werte auf. Die berechnete EK-Rendite stellt vor allem bei einer EK-Quote von über 50 Prozent einen zufriedenstellenden Prozentsatz dar.

b. Kennzahlen der finanziellen Stabilität

Hier scheint Fortum befriedigend bis solide aufgestellt. Die EK-Quote ist mit über 50 Prozent ausreichend hoch, allerdings könnte diese zur Renditesteigerung sogar noch etwas gedrückt werden. Die drei Kennzahlen der Verschuldung: Gearing, dynamischer Verschuldungsgrad sowie Nettoverschuldung/EBITDA weisen mittelmäßige Werte auf. Nichtsdestotrotz erweisen sich die finanziellen Verbindlichkeiten als nicht zu erdrückend dar und stehen somit in einem ordentlichen Verhältnis zum Eigenkapital, Free Cashflow oder EBITDA. Die Anlagendeckungsgrade wie auch der Goodwill-Anteil zeigen sehr gute Werte auf.

c. Working Capital – Management

Generell ist Fortum beim WC-Management sehr vielversprechend aufgestellt. Einzig die recht hohen Werte der Liquiditätsgrade weisen auf eine geringe Effizienz und eine eventuell zu hohe Kapitalbindung hin. Dies geht einher mit der hohen EK-Quote und des niedrigen Kapitalumschlages.  Die Debitorenlaufzeit gilt es ebenfalls in weiterer Folge zu verringern, um die Quick Ratio, die Current Ratio und letztendlich auch das Forderungsmanagement weiter zu optimieren.

d. Ausschüttungskennzahlen

Zum Kurs von 17,06 €/Aktie konnte man ausgehend der letztlichen jährlichen Finanzdaten von 2019 mit einer Dividendenrendite von circa 6,60 Prozent rechnen. Die Ausschüttungsquote lag dabei bei ungefähr 50 Prozent des Cashflows. Aktienrückkäufe wurden von Fortum bisher nicht ausgeführt. Eine Ausschüttungsquote im Bereich von 50 Prozent ist ein wünschenswertes Verhältnis, da auf diese Art und Weise noch genug Cash zur Verfügung gestellt wird, um die Schuldenlast zu reduzieren. Die Werte aus dem Vorjahr sind deutlich zu hoch, da bei über 100 Prozent Ausschüttungsquote die Dividendenzahlungen „auf Pump“ geleistet wurden (2018 & 2016 lag allerdings auch der Cashflow aus der Investitionstätigkeit aufgrund der Wertpapierkäufe von Uniper deutlich über dem Schnitt der letzten Jahre). Eine maximale Ausschüttungsquote von 60-70 Prozent ist daher anzuvisieren.

e. Bewertungskennzahlen

Betrachtend der Bewertungskennzahlen (2019 mit dem Kurswert aus August 2020 von 17,06 €/Aktie verrechnet), fällt das relativ geringe KBV auf. Diese steht im engen Zusammenhang zur Eigenkapitalrendite. Man kann davon ausgehen, dass eine Dotierung zum Buchwert vorliegt, wenn die EK-Rendite den EK-Kosten entspricht. Da sich im Jahr 2019 die EK-Rendite maßgeblich erhöht hat, scheint allein bei der Betrachtung des KBVs diese Bewertung als etwas zu gering. Kalkuliert man das faire KBV anhand der EK-Rendite der letzten beiden Jahre, würde sich ein fairer Aktienwert von 18,86€ ergeben. Dies gilt es in weiterer Betrachtung bei der Unternehmensbewertung zu überprüfen. Die sonstigen Kennzahlen sollen mehr als Orientierung dienen. Generell sind diese Kennzahlen lediglich Momentaufnahmen, die oftmals zu überwertet werden. Um ein Unternehmen angemessen zu evaluieren, sollten diese Kennzahlen als alleinige Indikatoren auf keinen Fall herangezogen werden.

f. Zusammenfassung der Kennzahlen

In erster Linie lässt sich sagen, dass der Energiekonzern mit seinen ausgewiesenen Finanzdaten der letzten Jahre ein gutes Bild hinterlässt. Ein Wermutstropfen offenbart sich allerdings bei den Effizienzkennzahlen. Fortum erwirtschaftet zu wenig Gewinn aus seinem eingesetzten Kapital. Die positive Entwicklung der letzten Jahre lässt allerdings auf Besserung hoffen. Zusätzlich bietet das Unternehmen eine sehr ansprechende Dividendenrendite, die (bei Ausklammerung großer vorangegangener Investitionen) auf festem Fundament steht. Zusätzlich stehen mehr als ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung, um kurzfristig anfallende Verbindlichkeiten ausgleichen zu können. Da Fortum eine gute finanzielle Vermögenslage vorweist, lohnt es sich demnach, das Unternehmen noch genauer unter die Lupe zu nehmen und eine detaillierte Analyse mit anschließender Kursprognose vorzunehmen.

2. Aktienanalyse Fortum OYJ

1. Aktienanalyse Fortum OYJ – Equity Methode

Die Umsatzerlöse Fortum‘s wurden gemäß einer Korrelation (Koeffizient = 0,9118) mit dem Bruttoinlandsproduktes der Europäischen Union prognostiziert. Da sich die Umsatzerlöse des finnischen Unternehmens in 2019 in einem Verhältnis zum BIP der EU von 2,61 veränderten, werden die Umsätze analog zum BIP Wachstum mit dem entsprechenden Faktor hochgerechnet:

Ab dem Jahre 2026 wird von einem zukünftigen Wachstum von 2,5 Prozent ausgegangen. Dadurch können die Umsätze in den Folgejahren annäherungsweise geschätzt werden (ab 2022 wird das BIP-Wachstum geschätzt, da die zu Grunde liegenden Information leider nicht verfügbar waren). Die zu verwendete EBIT-Marge bezieht sich ebenfalls auf das Jahr 2019, als sie bei knapp 20 Prozent lag. Um nicht zu optimistisch zu kalkulieren, gilt es von einer dauerhaften Marge von 19,50 Prozent auszugehen. Im Anbetracht der Material -, der Personal- und sonstigen Aufwände der letzten Jahre, erscheint diese zukünftige EBIT-Marge als durchaus realistisch. Das Finanzergebnis beläuft sich auf das Netto-Finanzergebnis des vergangenen Jahres und beträgt 125 MEUR. Die Steuerquote wird ein wenig pessimistischer zum ausgewiesenen Grenzsteuersatz (22 Prozent) mit 23 Prozent festgelegt. Die Anteile Dritter errechnen sich aus der prozentualen Veränderung der Umsätze.

Somit ergibt sich das jeweilige Periodenergebnis der zukünftigen Jahre. In weiterer Folge müssen die Abschreibungen/Amortisationen hinzugerechnet, sowie zukünftige Investitionen subtrahiert werden. Zum Ende der Prognoseperiode sollten sich Abschreibungen und Investitionen mehr oder weniger aufheben. Die erhaltenen Dividenden beziehen sich auf die Fortum zugeflossenen Ausschüttungen der Beteiligungen. Diese werden eher pessimistisch gehalten. Wurden im Jahr 2019 noch 239 MEUR an Dividenden erhalten, wird in dieser Prognose vorichtigerweise von Dividenden um 170 MEUR ausgegangen. Die WC-Veränderungen resultieren aus einem fest gesetzten Verhältnis zum Umsatz , das in etwa 21 Prozent beträgt.
Den Diskontfaktor stellen die Eigenkapitalkosten dar. Diese ergeben sich aus den dargestellten Zusammenhängen:

Sicherheitshalber wurden hier EK-Kosten von 7,5 Prozent angewendet. „OH“ und „FH“ stehen dabei für den operativen und finanziellen Hebel, die wie folgt berechnet wurden:

Sobald alle notwendigen Daten ermittelt wurden, lässt sich mithilfe der Diskontierung zukünftiger Free Cashflows sowie der kalkulierten ewigen Rente (Wachstum von 2,5 Prozent ab 2026) der Eigenkapitalwert festlegen. Dieser wird durch die Aktienanzahl (888.294.465) geteilt, wodurch sich ein fairer Wert Aktienwert von 19,64€ ergibt. Der kalkulierte faire Wert der Aktie übersteigt dabei den Betrag aus der Berechnung des fairen KBV ein wenig.
Dies gilt es nun mittels der Übergewinn – Methode zu bestätigen.

Die verwendeten Prozentzahlen sind in aller Kürze beschrieben und unterliegen einer detaillierten Analyse, auf welche ich aus Übersichtlichkeitsgründen nicht genauer eingehe. Gerne kannst du mir jederzeit Fragen schicken, worauf ich dir meine Analyse fundierter begründe.

2. Aktienanalyse Fortum OYJ – Übergewinn Methode

Nachdem das operative Nettobetriebsvermögen bestimmt wurde, gilt es die Gewinne/Verlust wie auch das Nettofinanzergebnis in nachhaltige und temporäre Beträge zu trennen (WICHTIG: Bei der Unterscheidung zwischen nachhaltigem und temporären Erträgen wurden die Erlöse aus beteiligten Unternehmen zunächst den temporären operativen Erlösen zugeordnet. Da Beteiligungen normalerweise gänzlich dem operativen Geschäft zuordenbar sind, werden diese am Ende der Übergewinn – Methode erneut einbezogen. Diese Erlöse unterlagen in der Regel bereits einer Besteuerung):

In weiterer Folge können die für die Berechnung der Übergewinne relevanten Wertreiber bestimmt werden:

Man erkennt, dass Fortum eine sehr hohe nachhaltige Gewinnmarge aufweist, die sich im letzten Jahr noch einmal sehr stark verbessern konnte. Dies ist auf den erhöhten zusätzlichen Erlös aus der Uniper Beteiligung zurückzuführen sowie auf fallende COGS, von 62,08 Prozent auf 58,75 Prozent, (Materialaufwand) (siehe unten) in Relation zum Umsatz 2019.
Die bereits zuvor angesprochene schwache Effizienz Fortums beweist sich auch in dieser Analyse mit einem geringen Kapitalumschlag von 0,318 auf das Nettobetriebsvermögen des Jahres 2019. Der Rückgang zum Vorjahr ist mit der Zunahme der Beteiligungen auf der Aktiva Seite der Bilanz zu erklären (hier stieg die Kapitalintensität zum Umsatz von 2017 auf 2018 von 42,04 Prozent auf 114,04 Prozent). Da die Effizienz bei Fortum zu wünschen übrig lässt, beträgt folglich die nachhaltige Rendite auf das operative Nettobetriebsvermögen nicht mehr als 5,34 Prozent (2019). Nichtsdestotrotz zeigt sich, dass die Steigerung der nachhaltigen Gewinnmarge eine grundsätzliche Verbesserung der Rendite auf das Nettobetriebsvermögen über die letzten Jahre zur Folge hat.

Die Prognose der Umsatzerlöse erfolgte wie bereits beim Equity-Verfahren beschrieben. Ergänzend gilt es das operative Nettobetriebsvermögen zu prognostizieren. Hier bietet sich die Kapitalintensität auf die Umsätze der letzten Jahre als geeigneten Referenzwert an. Für das operative Vermögen sowie die analogen operativen Schulden wird dabei das arithmetische Mittel der letzten drei Jahre angewendet (2016 & 2015 werden aufgrund größerer Ausschläge vernachlässigt). 

Auf dieser Basis wird das zukünftige „ewige“ betriebliche Nettobetriebsvermögen mit einer Kapitalintensität vom Umsatz von 308,94 Prozent bestimmt. Das entspricht einem Kapitalumschlag von 0,323686 und ist nur geringfügig höher als im Jahre 2019. Es wird also in der weiteren Zukunft von keiner klaren Effizienzsteigerung ausgegangen (eine zu optimistische Prognose wird daher vermieden). In den ersten Jahren der Prognose nähern sich die entsprechenden Werte den zukünftig festgelegten Prozentsätzen an:

Die operative Gewinnmarge wird basierend auf den vergangenen maßgeblichen Margentreibern Materialaufwand, Personalaufwand, sonst. Aufwand sowie den Ertragssteuern prognostiziert. Für die Zukunft wird dabei von einer Gewinnmarge von 15,91 Prozent ausgegangen, die entsprechend des Wertes aus dem Jahr 2019 um knapp einen Prozentpunkt darunter liegt. Zur Kalkulation der „ewigen Gewinnmarge“, nähern sich die entsprechenden Wertreiber den fett markierten Werten (Durchschnittswerte ausgewählter Vorperioden) im Laufe der zukünftigen Jahre näherungsweise an.

Somit sind alle notwendigen Wertetreiber bestimmt. Letztlich sind noch die Kapitalkosten zu bemängeln. Die gewichteten Kapitalkosten setzen sich aus den gegebenen Fremdkapitalkosten und den, bereits in der Equity – Methode definierten, EK-Kosten zusammen. Der Prozentsatz für die FK-Kosten kann aus dem Geschäftsbericht 2019 entnommen werden. Dieser liegt bei 1,9 Prozent. Somit ergeben sich im Anbetracht der gewichteten Verrechnung mit den EK-Kosten in Höhe von 7,5 Prozent Gesamtkapitalkosten von summa summarum 6,02 Prozent.
Das Übergewinn Modell setzt sich schlussendlich wie folgt zusammen:

Zu erwähnen ist dabei das Einkommen aus assoziierten Unternehmen. Dieses ist mit 450 MEUR ab dem Jahr 2021 festgelegt und steigt aufgrund zukünftig höher erwarteten Beteiligungserlösen bis zum Jahre 2026 auf 650 MEUR. Im Jahr 2019 beliefen sie sich bereits auf 744 MEUR. Ein gewisser Abschlag ist allerdings aus Sicherheitsgründen vor allem im Jahr 2020 (aufgrund der Covid-19 Krise) als realistisch einzustufen. Die Tiefstapelei in den weiteren Jahren kann dabei als eine Art Puffer fungieren.

Gemäß der Übergewinn Methode beträgt der faire Wert von Fortum 19,59€.

3. Aktienanalyse Fortum OYJ – Die Entscheidung

Die Entscheidung, ob sich ein Investment in Fortum lohnt oder nicht, hängt vom kalkulierten fairen Preis der Aktiengesellschaft ab. Der faire Wert des finnischen Energiekonzerns liegt gemäß meiner beiden Analysen zwischen 19,59€ – 19,64€. Fortum stellt ein Unternehmen mit keiner zu erwartenden hohen Volatilität, gepaart mit einem sehr nachhaltigen und erfolgsversprechenden Geschäftsmodell dar. Daher habe ich die Margin of Safety mit 20 Prozent nicht allzu hoch festgelegt. Laut dieser Analyse lautet meine Einschätzung für das Unternehmen „HOLD“, da die Spanne der  Margin of Safety (15,67€ – 15,71€) nicht vom aktuellen Kursniveau ca. 17,00€ unterboten wird.
Da die Analyse allerdings eher pessimistisch durchgeführt wurde (zukünftige Dividendenzahlungen konservativ eingeschätzt, Einkünfte aus assoziierten Unternehmen sowie die nachhaltige Gewinnmarge ebenfalls. Zusätzlich wurde ein verhältnismäßig hoher Grenzsteuersatz von 27,75% angewendet.), lautet die Tendenz eher „BUY“ als „SELL“. Risikoreichere Investoren mit der Neigung zu hohen Dividendenrenditen können mit diesem Unternehmen durchaus ihr Portfolio erweitern.

MethodeFairer Preis/AktieMargin of SafetyEinstufungTendenz
Übergewinn-
Methode
19,59€15,67€HOLD„BUY“
Equity-
Methode
19,64€15,71€HOLD„BUY“

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