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Ökoworld | WKN: 540868

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Zuletzt aktualisiert am August 26, 2021

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Ökoworld, im Jahre 1975 gegründet versteht sich selbst als Pionier im nachhaltigen Kapitalanlagegeschäft. Aus der ursprünglichen Firma Versiko AG entstand 2013 die nun geläufige Ökoworld AG – eine Konzerngesellschaft die neben der Mutter auch drei Tochtergesellschaften umfasst. Diese setzen sich aus der Ökoworld LUX S.A., der Versiko Vermögensverwaltung GmbH sowie der The Return of the Sun AG zusammen. Alle Töchter sind dabei zu 100 Prozent konsolidiert.

Das Geschäft der Aktiengesellschaft lässt sich simpel gesagt auf zwei wesentliche, allerdings stets unter dem Stern ethischer, sozialer und ökologischer Aspekte stehende, Produktkategorien erfassen: Vorsorge & Anlage. Zu Ersterem gehört das Angebot  betrieblicher Altersvorsorgen sowie klassischer und fondsgebundener Rentenversicherungen. Das Anlagesegment beinhaltet das Angebot, aktuell fünf verschiedener, nachhaltiger Investmentfonds für Privatanleger. Eigenen Angaben zufolge verfolgt das Unternehmen bei der Erstellung seiner Fonds ein einzigartiges „one & only“ Prinzip. Hierunter versteht sich die Kreation unterschiedlicher Investmentfonds, „deren Investitionsziele vorher auf Ethik, Sozialverträglichkeit, Ökologie und Nachhaltigkeit geprüft wurden. Der ÖKOWORLD Sustainability Research erarbeitet zunächst Profile möglicher, geeigneter Unternehmen für das Portfolio. Aus diesem Pool bewerten unabhängige, ehrenamtliche Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Umwelt und Verbraucherschutz fortlaufend, welche dieser Unternehmen aktuell die festgelegten Kriterien erfüllen.  Aus dieser Auswahl filtern unsere Fondsmanager im Asset Management die Unternehmen mit den besten Renditeaussichten.“ Man versucht also Ökonomie und Ökologie unter einen Hut zu bringen – was auch das wesentliche Differenzierungsmerkmal zu anderen Investmentgesellschaften darstellt.

Der Kernmarkt des Konzern umfasst folglich nachhaltige Investments, die im Sinne der ESG-Kriterien (Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) definiert sind. Die zugrundeliegende Marktentwicklung sowie eine zukünftige Markt-Performance lässt sich aus dem Marktbericht des FNG (Forum Nachhaltige Geldanlagen) ableiten. Dessen Angaben zufolge wuchs der deutsche Markt für nachhaltige Geldanlagen im Jahr 2020 um circa 25 Prozent auf 335 Milliarden Euro. Nachhaltige Investmentfonds konnten dabei um einen höheren Faktor, nämlich 69 Prozentpunkte, in ihren Gesamtvolumina zulegen. Interessanterweise muss dabei vermerkt werden, dass gerade Privatanleger im Vergleich zum Jahr 2019 um mehr als 117 Prozent mehr in nachhaltige Fonds investierten. Institutionelle Anleger dagegen lediglich um etwa 19 Prozent. Das beweist, dass der Trend bei privaten Anlegern, nachhaltige Fonds in ihren Anlageentscheidungen zu berücksichtigen stark im Gange ist. Stand das Verhältnis der Verteilung der Geldeinlagen in nachhaltige Fonds 2019 zwischen privaten und institutionellen Anlegern noch bei circa 1:10, ist dieses im Jahre 2020 auf knapp 1:5 geschrumpft. Das verwaltete Vermögen deutscher nachhaltiger Fonds stieg dabei um ungefähr 29 Prozent. Diese starke Tendenz privater Anleger in Richtung nachhaltiger Investments kommt dabei auch Ökoworld zugute.

Betrachtet man das verwaltete Vermögen entlang der Fonds-Palette Ökoworlds, ist dieses erhebliche Wachstum ebenfalls zu erkennen. Während die Aktiengesellschaft im Jahr 2017 noch eine Milliarde Euro an Vermögen verwaltete, waren dies Ende Oktober 2019 bereits mehr als 1,5 Mrd. EUR. Ende 2020 konnte dabei ein Rekordwert von mehr als 2,5 Mrd. Euro bekanntgegeben werden. Dies entsprach einem Anstieg zum Vorjahr von mehr als 50 Prozent. Es beweist sich, im Vergleich zum generellen Wachstum der verwalteten Vermögenswerte deutscher nachhaltiger Fonds, konnte Ökoworld umfangreicher zulegen. Ähnliches zeigt sich bereits im laufenden Jahr. Ende April 2021 konnte die Geschäftsführung ein verwaltetes Kapital von erstmals mehr als 3,1 Mrd. Euro vermelden. Zur 25ten Kalenderwoche des aktuellen Jahres wurde bereits die Marke von 3,4 Mrd. Euro übersprungen. In diesem Jahr verbuchte die Gesellschaft also bereits ein Wachstum in ihrer Vermögensverwaltung von mehr als 36 Prozentpunkten – die Kursentwicklung der jeweiligen Fonds sind dabei allerdings mitinbegriffen. Nichtsdestotrotz bestätigt sich die Fortführung des bereits aufgezeigten Trends.

Nun gilt es, Ökoworld kurzerhand auf ihre finanzielle Stabilität und Performance zu untersuchen. Im ausgewiesenen Konzernabschluss des vergangenen Geschäftsjahres wies die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von 37,4 MEUR aus. Dies entspricht einem Anstieg von 16,7 MEUR zum Vorjahr, also von etwa 124 Prozent. Die Umsatzerlöse wuchsen dabei im selben Berichtszeitraum von 40,4 MEUR auf 78,7 MEUR, also um ungefähr 95 Prozent. Der Anstieg der Umsatzerlöse ist dabei primär auf die Erhöhung der Performance Fees um mehr als 26,7 MEUR sowie der bestandsabhängigen Erträgen von mehr als 10 MEUR zu erklären. Da sich der Jahresüberschuss erkennender Weise proportional zum Umsatz verbesserte, lässt sich eine Margensteigerung erkennen, was die Profitabilität von Ökoworld zusätzlich intensiviert.

Betrachtet man die ordentliche Bilanz der Konzerngesellschaft, registriert man eine Eigenkapitalquote von über 75 Prozent. Die Verbindlichkeiten inklusive ausgewiesener Rückstellungen betragen etwa 25 MEUR – demgegenüber steht ein Cash-Bestand von mehr als 62 MEUR. Bei Ökoworld liegt aktuell also eine Net-Cash Position (negative Nettoverschuldung) von circa 35 MEUR vor. Ergänzend beziffert sich die Current Ratio auf einen Wert von über 4. Dies zeigt allerdings auch, dass die Investmentgesellschaft aktuell eventuell zu viel Kapital bindet. Für das laufende Geschäftsjahr wurde weiterhin eine Dividende von 1,11 Euro je Aktie ausbezahlt.    

Zusammenfassend lässt sich konstatieren: die finanzielle Ausgangslage der Ökoworld AG erscheint ausgezeichnet. Die Bilanz weist ein solides Konstrukt vorhandener Vermögenswerte auf, während die Gewinn und Verlustrechnungen der letzten Jahre eine außerordentlich gute Margenentwicklung kennzeichnen. Das Wachstum des Jahresüberschusses sowie das durchgehende steigende Volumen des verwalteten Vermögens eröffnet ebenfalls eine vielversprechende Zukunft. Hinzu kommt der Trend privater Anleger zu überwiegend nachhaltiger Investments, was der Aktiengesellschaft zusätzlich zugutekommt.

Diese erwähnte, starke Ausgangsbasis ergänzt eine relativ normale Bewertung, beispielsweise liegt das aktuelle KGV bei etwa 14, des Aktienwertes auf dem Kapitalmarkt. Das Risiko scheint gering, das Geschäftsmodell smart ausgewählt und profitabel umgesetzt und das Marktumfeld floriert. Es spricht also alles für ein Investment in dieses aufstrebende Small-Cap. Nach einem starken Anstieg über die 70€ Marke kann in Folge einer kurzen Korrektur/Konsolidierung eine erste Position aufgebaut werden.

Bitte beachte dabei, dass dieser Artikel keine Handlungsempfehlung darstellen soll. Er soll dich dabei unterstützen, neue Aktienunternehmen zu entdecken und in Folge tiefgreifenderer Recherchen deinerseits ein mögliches Investment in das Unternehmen zu tätigen. Im Falle einer Investition greife dabei bitte nur auf nicht notwendiges Geldvermögen zurück. Small-Caps unterliegen immer einem höheren Risiko als gewöhnliche Value-Aktien.

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