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SPDR Refinitiv Global Convertible Bond (WKN:A12CZS)

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Zuletzt aktualisiert am August 3, 2021

SPDR Refinitiv Global Convertible Bond (WKN:A12CZS) – eine Analyse

In einem vorigen Beitrag habe ich dir das Prinzip einer Wandelanleihe inklusive der damit verbundenen Nach- sowie Vorteile nähergebracht. In diesem Artikel möchte ich auf die Renditechancen des SPDR Refinitiv Global Convertible Bond (WKN:A12CZS) ETFs eingehen, indem ich die vergangene Entwicklung des Wertpapiers entlang der Covid-19 Krise aber auch im darauffolgenden Aufschwung beleuchte. Der SPDR Refinitiv Global Convertible Bond stellt dabei einen der aktuell noch wenig zugänglichen ETFs für Wandelanleihen dar. Laut eigenem Factsheet investiert der Fonds in „Wertpapiere, die den investierbaren globalen Markt für Wandelanleihen umfassen (einschließlich mit Wandlungspflichten ausgestatteter Wandelanleihen sowie Wandelanleihen ohne Laufzeitbegrenzung).“

Entwicklung des SPDR Refinitiv Global Convertible Bond

Wie schon erwähnt soll der Refinitiv Qualified Global Convertible Index einen breiten Maßstab für die Wertentwicklung des investierbaren globalen Wandelanleihenmarktes bieten. Betrachtend des Verlaufs der Wertentwicklung des ETFs zeigt sich, dass von Beginn des Jahres 2019 bis zum Einläuten der Covid-19 Krise Anfang 2020 der MSCI World eine deutlich bessere Rendite als der Convertible Bond Exchange Traded Fund aufweist. In der Vergleichsperiode konnte der Welt – Index eine 13-prozentig höhere Wertsteigerung realisieren – das entspricht circa 33 Prozent mehr Rendite. Der Einbruch durch Covid – 19 war jedoch deutlich intensiver beim Weltindex zu spüren. Dieser sackte um mehr als 33 Prozentpunkte ab, wobei der SPDR Fonds ungefähr 24 Prozent verlor. Der ETF verlor also knapp 30 Prozent weniger innerhalb der betreffenden Monatsperiode (Mitte 02/2020 – Mitte 03/2020).

In Folge der Erholung der Märkte rekuperierten sich auch beide Indexfonds analog zum Gesamtmarkt. Dabei konnte der Convertible Bonds ETF allerdings mit dem Vergleichsindex mithalten, was dazu führte, dass der Renditeertrag aus der Anlage im Wandelanleihen ETF von Beginn 2019 bis März 2021 höher war als beim MSCI World ETF seitens Blackrock. In den Folgemonaten (nicht im Chart ausgewiesen) ist die erwirtschaftete Rendite des MSCI World dagegen deutlich höher als die des Wandelanleihen ETFs – hier gleichen sich beide Anlagenklassen der „Prä-Covid“ – Ära an. Interessanterweise konnte der Refinitiv Qualified Global Convertible Index seit März diesen Jahres nur marginale Kurszuwächse registrieren, unser Vergleichsindex dagegen bis zu zwanzig Prozent. Ein Fakt, den es zukünftig zu beobachten gilt und erstmal nicht zwangsläufig für ein Wandelanleihen-Investment spricht. Aber hierzu später mehr.

Welche Titel beinhaltet der Wandelanleihen - ETF?

Zunächst möchte ich dir noch einen tieferen Einblick in die enthaltenen Wertpapier-Titel gewähren. Die wesentlichen Positionen habe ich dir in der untenstehenden Tabelle zusammengefasst. Ein weiterer entscheidender Aspekt stellt das jeweilige Bonitätsrisiko respektive die Bonitätsklasse der enthaltenen Unternehmen dar. Auch diese habe ich dir in einer weiteren Tabelle dargestellt. 

Bonität Gewichtung
AAA 0.12%
AA+ 0.78%
AA 0.77%
AA- 0.45%
A+ 2.21%
A 5.99%
A- 10.37%
BBB+ 9.16%
BBB 5.87%
BBB- 13.40%
BB+ 8.93%
BB 5.97%
BB- 7.65%
B+ 7.25%
B 13.21%
B- 0.74%
CCC 1.79%
C 5.05%
Not rated 0.31%
Top 10 Unternehmen Gewichtung
SEA LTD 1 12/01/2024 2.18%
ELECTRICITE DE FRANCE SA 0 09/14/2024 1.52%
TESLA INC 2 05/15/2024 1.46%
SOUTHWEST AIRLINES CO 1.25 05/01/2025 1.45%
SEA LTD 2.375 12/01/2025 1.26%
DISH NETWORK CORP 3.375 08/15/2026 1.16%
SIKA AG 0.15 06/05/2025 1.11%
AMERICA MOVIL BV 0 03/02/2024 1.10%
SQUARE INC 0.5 05/15/2023 0.97%
PALO ALTO NETWORKS 0.75 07/01/2023 0.91%

Lohnt sich ein Investment in den SPDR Refinitiv Global Convertible Bond?

Diese Frage wirst nur du dir beantworten können. Vergangenheitsdaten belegen allerdings, dass sich ein Wandelanleihen ETF durchaus als Beimischung im Portfolio anbietet. Dies möchte ich dir nun im Folgenden ein wenig genauer ausführen.

Wandelanleihen können auch als Ersatz gewöhnlicher Renten respektive Anleihenpapiere zum Einsatz kommen. Wie auch schon im vorherigen Artikel beschrieben stellt diese Hybrid – Asset Klasse eine Art Mix aus Anleihen und Aktienpapieren dar. Das asymmetrische Kursverhalten der Wandelanleihen spiegelt dabei den nicht zu unterschätzenden interessanten Anlagecharakter wider. Ergänzend meiner Gegenüberstellung existiert eine Analyse von Fisch Asset Management. Dabei eruierten die Autoren, dass Wandelanleihen im Durchschnitt 65 Prozent der Aktienkursgewinne erzielen, dagegen aber nur 49 Prozent der Verluste hinnehmen. Dies resultiert folglich in einer geringeren Volatilität. Das attraktive Rendite-Risiko Potential der Anlagenform offenbart sich weiter in einem Vergleich der Renditen mit herkömmlichen Anleihen. Scope Analysten fanden heraus, dass in einem Betrachtungszeitraum von zehn Jahren, Wandelanleihen ein jährliches Renditeplus von 1,8 Prozent gegenüber „normalen“ Anleihenpapieren aufwiesen. Zusätzlich ist das Zinsänderungsrisiko überschaubar.

Wandelanleihen haben in der Regel eine kurze Laufzeit und reagieren folglich weniger sensibel auf steigende Zinsen. Ergänzend, ab einem bestimmten Aktienpreis der zugrundeliegenden Unternehmen spielen die Marktzinsen nur noch eine untergeordnete Rolle (der generelle Einfluss des Zinses auf die Bewertung von Aktienunternehmen ist allerdings im Vergleich zu gewöhnlichen Anleihen vorhanden). Bei einer Wandelanleihe ändert sich nämlich lediglich der sogenannte Bond-Floor in Abhängigkeit zum Marktzins. Dieser ist mit dem fixen Zinskupon (sollte die Wandlungsoption nicht genommen werden) normaler Anleihen zu vergleichen. Er bestimmt dabei auch den Mindestwert der Wandelanleihe. Sobald der Aktienkurs jedoch über dem Preis der vereinbarten Wandlungsoption liegt, kann der Marktzins in diesem Kontext vernachlässigt werden. Die Wandelanleihe interagiert dabei nur mehr geringfügig mit Marktzinsschwankungen.

Schlussfolgerung

Wer sein Portfolio mit anderen Wertpapieren als beispielweise Aktien ergänzen möchte, dem kann mit einem Wandelanleihen ETF durchaus Abhilfe geschaffen werden. Die allgemeine Volatilität im Portfolio kann reduziert werden bei an sich lukrativen Renditechancen. Längst müssen Anleger nicht mehr einzig und allein auf gewöhnliche Anleihen zurückgreifen. Wie vergangene Studien belegen sind Wandelanleihen in vielerlei Hinsicht die bessere Alternative. Daher, wer auf der Suche nach geeigneten Diversifikationsmöglichkeiten ist, dabei allerdings die Sorge zu geringer Renditen trägt, kann Wandelanleihen durchaus berücksichtigen. Nichtsdestotrotz, bei Krisen ist man dadurch keinesfalls vor Verlusten gewappnet – diese könnten lediglich geringer ausfallen. So lag die Korrelation der beiden Vergleichsindices im Laufe des Krisenmonats im Jahr 2020 bei circa 0,98 – entsprechend einer nahezu maximalen positiven Korrelation. Dies zeigt, beide ETFs verliefen in die gleiche Richtung – abwärts. Allerdings können Wandelanleihen Anlegern helfen, besser durch die Krisen zu kommen, indem sich der Verlust in Grenzen hält. In Zeiten einer Hausse zeigt sich dagegen in gleicher Weise, dass auf schnell ansteigende Renditen mit einem Wandelanleihen ETF keinesfalls Verzicht geboten ist. Als Beimischung in das Portfolios eines bewussten Anlegers ist dieser daher sicherlich als sehr interessant einzustufen.

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