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Xinjiang Goldwind | WKN: A1C0QD

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Zuletzt aktualisiert am Mai 28, 2021

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Goldwind ist „ein weltweit führender Anbieter von Windturbinentechnologie und Energielösungen. Durch die Implementierung und Investition in branchenführende Turbinentechnologie, Wasseraufbereitungslösungen und andere technologische Projekte im Bereich grüne Energie wurde Goldwind als eines der innovativsten Unternehmen Chinas gefeiert. Das Unternehmen ist jetzt auf 6 Kontinenten tätig, beschäftigt mehr als 8.000 Mitarbeiter und verfügt über eine installierte Windkapazität von mehr als 60 GW“.

Im September 2020 erklärte der chinesische Präsident Xi Jinping in der Generaldebatte der 75. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen, dass Chinas „CO2-Emissionen 2030 ihren Höhepunkt erreichen und bis 2060 eine CO2-Neutralisierung anstreben werden“.Im November hielt Präsident Xi auf dem Climate Ambition Summit eine wichtige Rede und kündigte an, dass China‘s nicht fossile Energielösungen bis 2030 etwa 25 Prozent des Primärenergieverbrauchs ausmachen und die installierte Gesamtkapazität von Wind- und Solarenergie 1,2 Milliarden kW übersteigen wird. Im Dezember veröffentlichte der Staatsrat ein Weißbuch mit dem Titel “Energie in China‘s neuer Ära”. Es zeigt sich also, auch in China sind die Tage der fossilen Energieträger gezählt – es herrscht ebenfalls Aufbruchstimmung in Richtung erneuerbare Energiequellen. Dies wird anhand der verfügbaren Daten aus dem Reich der Mitte deutlich.

Demzufolge belief sich die neu installierte netzgebundene Windkraft in China im Jahr 2020 auf 71,67 Mio. kW, was einer Steigerung von 179% gegenüber dem Vorjahr entspricht.  Hiervon nahmen die Onshore-Windkraft und die Offshore-Windkraft 68,61 Mio. kW bzw. 3,06 Mio. kW in Anspruch. Ende 2020 betrug die kumulierte installierte Leistung der Windkraft in China 281 Millionen kW, was einer Steigerung von 34,6% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies entspricht 12,8% der installierten Leistung des Stromnetzes, wovon die kumulierte installierte Leistung der Onshore-Windkraft 271 Millionen kW und die kumulierte installierte Leistung der Offshore-Windkraft 9 Millionen kW betrugen. Die jährliche Windenergieerzeugung belief sich auf 466,5 Milliarden kWh, was einer Zunahme von 15% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die landesweite durchschnittliche Windkraftnutzungsstunde erreichte 2.097 Stunden. Die landesweite durchschnittliche Kürzungsrate für Windkraft reduzierte sich dabei auf 3%, was einem Rückgang von 1 Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Hier kommt das Unternehmen Xinjiang Goldwind ins Spiel. Eigenen Angaben zufolge installierte die Gesellschaft im Jahre 2020 ungefähr 12,33 GW an Windkraft im hauseigenen chinesischen Markt. Die Rede ist also von einem Marktanteil um die zwanzig Prozent, während die sonstige, weltweit installierte Kapazität 13,06 GW erreichte – immerhin ein Marktanteil von circa dreizehn Prozent. Man sieht, Xinjiang Goldwind stellt einen internationalen Big Player der Windindustrie dar – auch wenn das die aktuelle Bewertung der Aktie nicht unbedingt vermuten mag. Aber bleiben wir zuvor noch bei den finanziellen Tatsachen. Gemäß des Geschäftsberichts 2020, verbuchte die Aktiengesellschaft ein Umsatzwachstum von mehr als 48 Prozent auf 56 Mrd. RMB – ungefähr 7,14 Mrd. Euro. Der operative Gewinn stieg dabei um mehr als 40 Prozent, wodurch sich der Gewinn je Aktie von 0,51 RMB auf 0,67 RMB steigern lies. Entsprechend der Anzahl der Aktien entspricht der aktuelle Umsatz 13,25 RMB je Aktie – der aktuelle Marktkurs liegt unter 13 RMB, die Rede ist also von einem KUV von weniger als eins!

Gehen wir weiter und schauen uns den Gewinn an. Das KGV kalkuliert sich auf 19,82 – für einen Big Player in einem weiter aufstrebenden Wachstumsmarkt scheint das zunächst nicht allzu hoch zu sein. Als Vergleich möchte ich nur kurzerhand den dänischen Windkrafthersteller Vestas heranziehen. Dieser hat eigenen Angaben zufolge im Jahr 2020 einen Umsatz von 14,82 Mrd. EUR erwirtschaftet. Der Gewinn je Aktie belief sich dabei auf 3,9 Euro. Stellt man diese Zahlen mit jenen von Xinjiang Goldwind gegenüber, wird schnell klar, in welche Richtung es für den chinesischen Windkraftanlagenhersteller noch gehen könnte. Denn Vestas weist ein KUV von ungefähr 2,4 bei einem KGV von 45,6 aus. Es zeigt sich also, alleine von den beiden Unternehmenskennzahlen KUV und KGV kann sich der Kurs von Xinjiang Goldwind noch verdoppeln. Natürlich sollte man nicht lediglich auf diese beiden Bewertungskriterien achten, aber sie geben bereits einen ersten Hinweis, dass hier noch jede Menge Kurspotenzial schlummern könnte.

Der Grund für die geringe Bewertung der chinesischen Gesellschaft liegt natürlich auf der Hand – die Angst vor möglichen Regulierungen, der globale Wirtschaftskonflikt mit eventuell beträchtlichen einhergehenden Sanktionen und einfach die Unsicherheit, die mit chinesischen Aktien einhergeht. Nichtsdestotrotz, die Zahlen belegen, Xinjiang Goldwind erzielt knapp 50 Prozent des Umsatzes in China, ein Markt der gerade laut den neuesten Gesetzen bezüglich erneuerbarer Energien enormes Aufholpotential aufweist. Eine primäre Abhängigkeit zu anderen Ländern ist zwar gegeben, diese kann aber auch mittels der Marktmacht in China ausgeglichen werden. Bei ergänzenden Blick auf Bilanz und Cashflow der Gesellschaft fällt auf die schnelle nichts Negatives auf, keine große Schuldenlast, genügend Cash zur Hand und mehr als 30 Prozent Eigenkapitalquote.

Wer also ein Investment in erneuerbare Energien in China sucht, der wird bei Xinjiang Goldwind fündig. Natürlich ist es trotz guter Zahlen ein risikoreicheres Investment – da eben der Faktor China nie zu vernachlässigen ist. Dennoch, wer hohe Volatilität nicht scheut und auf der Suche nach einer Zukunftsaktie ist, kann hier durchaus mal mit einer kleinen Position reinschnuppern. Ein interessanter Nebenfakt, Blackrock ist mit circa 1,5 Prozent Anteilseigner der Gesellschaft, wie auch JP Morgen Chase (1,7 Prozent).

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